Reiseverhalten
Aufenthaltsdauer und Touren
Radreisende Radgäste, die mindestens eine Übernachtung vor Ort verbringen. verweilen in Sachsen durchschnittlich 5,5 Tage und liegen damit deutlich über der mittleren Aufenthaltsdauer aller Gäste im Freistaat. Diese lag laut dem Statistischen Landesamt Sachsen im Reisejahr 2023 bei Urlaubsreisen mit mindestens einer Übernachtung bei 2,5 Tagen. Während ihres Aufenthalts sind Radwandergast Radreisender Gast, der den Etappen eines Radwegs folgt und die Unterkunft wechselt. durchschnittlich 9,2 Tage unterwegs – davon 7,7 Tage auf dem Fahrrad und 4,8 Tage im Freistaat. Die Regioradgast Radreisender Gast, der an einem festen Standort übernachtet und von dort die Region erkundet. nehmen ihren Aufenthalt entspannter: Sie sind nur durchschnittlich an 4,9 der 7,1 Aufenthaltstage auf Tour und verbringen mit 6,1 Tagen die meiste Zeit ihres Aufenthalts in Sachsen.
Mit durchschnittlich 99,6 Kilometern werden die längsten Tagesetappen von den Radwandergästen zurückgelegt, gefolgt von den Tagesgästen mit 49,1 Kilometern. Die Regioradgäste fahren im Schnitt 46 Kilometer pro Tag. Daraus ergibt sich ein Durchschnittswert von 58,1 Kilometern für alle Radgast Radfahrende Person, die aus touristischen Motiven unterwegs ist. in Sachsen. Damit liegen die Tagesetappen für Tagesgast Radgast, der an der Route nicht übernachtet. und Radreisende über dem vom ADFC Allgemeiner Deutsche Fahrrad-Club e. V. 2024 ermittelten Bundesdurchschnitt: Dieser beträgt 44 Kilometer für Tagesausflüge, 64,7 Kilometer für Radreisen mit mindestens drei Übernachtungen und 61,8 Kilometer für Radreisen mit ein bis zwei Übernachtungen.
Fahrradmodell
Trekkingrad Vielseitiges Fahrrad für Alltag, Touren und längere Reisen. sind mit 56 Prozent der am häufigsten genutzte Fahrradtyp unter Sachsens Radgästen, wobei rund jeder Fünfte (22,6 %) auf ein E-Trekkingrad setzt. Mountainbike Fahrrad für das Fahren auf grobem Untergrund, Naturwegen und Pfaden. kommen auf 19,9 Prozent und werden besonders von Tagegästen genutzt – ein Wert, den auch die aktuelle ADFC-Radreiseanalyse (18,9 % für Tagesausflüge) für den Bundesdurchschnitt ähnlich ausweist.
Rennräder erreichen einen Anteil von 10,5 Prozent, wobei Tagesgäste mit 12,2 Prozent besonders stark vertreten sind. Dieser Rennrad-Anteil übersteigt den bundesweiten Vergleichswert der ADFC-Radreiseanalyse, die Tagesausflüge mit Rennrad lediglich mit 4,4 Prozent beziffert.
Knapp jeder zehnte Radgast in Sachsen (9,4 %) setzt bereits auf ein Gravelbike Fahrradsegment für wechselnde Untergründe, insbesondere Forst- und Naturwege. – bei den Tagesgästen liegt dieser Anteil mit 10,4 Prozent sogar noch höher. Damit befindet sich der Anteil der Gravelbikenden klar über dem Bundesdurchschnitt von 6,8 Prozent.
Anreise
Bei der Anreise liegen PKW und Fahrrad nahezu gleichauf – 40,1 Prozent aller Radgäste nutzen den PKW, während 39,8 Prozent mit dem Fahrrad anreisten. Bei Betrachtung der einzelnen Segmente, wird allerdings ein differenzierteres Bild deutlich: Tagesgäste setzen etwa zur Hälfte auf das Fahrrad (48,9 %) für die Anreise. Im Vergleich zur ADFC-Radreiseanalyse, nach der 89 Prozent ihren Ausflug direkt von zu Hause aus beginnen, ist dieser Wert jedoch deutlich geringer.
Der PKW ist für die Anreise mit 38,6 Prozent noch recht beliebt. Radwandergäste bevorzugen die Bahn bzw. den ÖV (47,4 %) und Regioradgäste reisen meist mit dem PKW (68,6 %) an. Flugzeug und Fernbus spielen für die Anreise der Radgäste keine Rolle (0 %).
Nebenaktivitäten
Auf einer Skala von 1 (unwichtig) bis 5 (am wichtigsten) wird das Naturerlebnis von allen Radgästen – neben dem Radfahren – am höchsten bewertet (4,8). Eine besonders hohe Wichtigkeit wird ebenso den Motiven »mich frei fühlen« und »mich erholen« zugeschrieben (4,5). Insgesamt ähneln sich die Angaben der verschiedenen Segmente. Dennoch zeigt sich, dass Regioradgäste bestimmten Aktivitäten einen höheren Stellenwert beimessen: regionale Spezialitäten kennenlernen ( TA Tagesgäste : 3,5; RR Regioradgäste : 4,0; RW Radwandergäste : 3,9), Schlösser und Burgen besichtigen (TA: 2,9; RR: 3,4; RW: 2,8) sowie Kulturveranstaltungen besuchen (TA: 1,9; RR: 2,5; RW: 2,2). Als eher unwichtig neben dem Radfahren werden »Shoppen/einkaufen« (1,7) unter allen Radgästen angesehen sowie »Klettern/Bouldern« (1,6). Gerade für die aus Wertschöpfungsperspektive besonders interessanten Regioradgäste bieten sich Angebotskombinationen an.
