Qualitätswahrnehmung der Radgäste
Die Qualitätswahrnehmung der Gäste ist für ihre Zufriedenheit zentral. Ihre Einschätzung zu ihrem Raderlebnis und zur Begleitinfrastruktur stellt einen wesentlichen Teil der Radtourismus Klassischer Tourismus mit dem Fahrrad, überwiegend auf Asphalt und wassergebundenen Wegen. Evaluation Sachsens dar.
Grundsätzlich waren alle befragten Radgast Radfahrende Person, die aus touristischen Motiven unterwegs ist. überwiegend zufrieden mit der Gesamtqualität ihres radtouristischen Erlebnisses. Auf einer Skala von 1 (ausbaufähig) bis 5 (hervorragend) schneidet Sachsen mit einer Bewertung von 4,2 insgesamt sehr gut ab. Das ist im Deutschlandvergleich überdurchschnittlich.
Am zufriedensten sind die Regioradgast Radreisender Gast, der an einem festen Standort übernachtet und von dort die Region erkundet. . Ihre Gesamtbewertung liegt mit 4,5 klar über dem Durchschnitt. Ihre Erwartungen werden offensichtlich überwiegend erfüllt. Die größten Ausbaupotenziale sehen die Tagesgast Radgast, der an der Route nicht übernachtet. . Sie scheinen etwas weniger zufrieden, bewerten ihr Erlebnis dennoch insgesamt mit einer sehr guten 4,1. Die attraktive Landschaft wiegt dabei das Gesamtergebnis auf.
Zur Betrachtung der konkreten Stärken und Schwächen wurden die Befragten zunächst gebeten, anzugeben, welche der nachfolgenden Kriterien für sie bei einer Radroute besonders wichtig sind:
- Radweg und Radinfrastruktur: Beschilderung, Oberflächenqualität, geringe Verkehrsbelastung
- Begleitinfrastruktur: Infotafeln entlang der Route, Dichte an Rastplätzen und Schutzhütten, Qualität der Rastplätze und Schutzhütten, Fahrradverleih/-service entlang der Strecke, sichere Abstellanlagen an touristischen POIs, Lademöglichkeiten für Pedelec Fahrrad, bei dem die Tretkraft elektrisch unterstützt wird. und Pedelecs
- Touristische Qualität: spannender Themenschwerpunkt der Route, Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, landschaftliche Attraktivität, Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke, Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke, Unterkünfte entlang der Strecke, Radfreundlichkeit und Online-Buchbarkeit der Unterkünfte, Anbindung an den ÖPNV.
Die Qualität der am Befragungstag befahrenen Route wurde in einem zweiten Schritt für alle ausgewählten Kriterien bewertet. Ebenso wurde die Wichtigkeit der Kriterien in Bezug auf Radrouten im Allgemeinen abgefragt – daraus leitet sich die Einteilung in Top-, Muss- und Kann-Kriterien ab. Im Ergebnis zeigt sich das in Abbildung 2 dargestellte Bild.
Das mit Abstand wichtigste Kriterium stellt für sächsische Radgäste die landschaftliche Attraktivität dar. Diese wird für Sachsen mit 4,4 überwiegend sehr gut bewertet. Danach zählen eine gute Beschilderung, geringe Verkehrsbelastung sowie sichere Abstellmöglichkeiten zu den besonders wichtigen Kriterien.
Ihre Qualität liegt für die Gäste im Mittelfeld. Die Beschilderung des Radweges wurde im Schnitt mit 3,7 Punkten bewertet. Hier sind die Radwandergast Radreisender Gast, der den Etappen eines Radwegs folgt und die Unterkunft wechselt. mit einer Bewertung von jeweils 4,0 am zufriedensten, die Tagesgäste sind mit 3,5 die kritischste Reisegruppe. Eine geringe Verkehrsbelastung wurde durchschnittlich mit 3,8 bewertet, sichere Abstellmöglichkeiten mit lediglich 3,2, was mit Bezug auf ihre Wichtigkeit für die Radgäste eher mittelmäßig zu bewerten ist.
Die größten Mängel lassen sich bei den an der Route befindlichen Lademöglichkeiten für E-Bikes (2,2) erahnen sowie beim Fahrradverleih/-service an der Route (2,6). Gleichzeitig haben diese Aspekte nur für etwa jeden dritten Befragten Priorität.

Auffällig ist wie in vergleichbaren Untersuchungen, dass sich die Einzelbewertungen außer der Landschaft durchweg im Mittelfeld bewegen. Trotzdem fällt die Gesamtbewertung des Radreiseerlebnisses in allen Zielgruppen überaus positiv aus.
Interessant ist daneben, das Radgäste in Bezug auf Sachsen alle Qualitätskriterien viel häufiger für (sehr) wichtig erachten als für Regionen, die schon lange Radtourismus betreiben. Sie machen sich offenkundig intensiver Gedanken über das Angebot. Dies deutet darauf hin, dass Sachsen bislang noch keine ausgeprägte Kompetenz für Raderlebnisse zugeschrieben wird, wenn allein die Basisvoraussetzungen z. T. in Frage gestellt werden.
Für die Kommunikation bedeutet das: Die sächsischen Akteure sollten insbesondere gegenüber Übernachtungsgästen proaktiv darauf hinweisen, dass die radtouristische Qualität hierzulande im Deutschlandvergleich als gut bewertet wird. Die vier wichtigsten Aspekte (attraktive Landschaft, gute Beschilderung, geringe Verkehrsbelastung und sichere Abstellmöglichkeiten) können dabei im Mittelpunkt stehen. In aller Kürze kann die Botschaft lauten: wer für den Radtourismus nach Sachsen kommt, wird häufig positiv überrascht.
© Dennis Stratmann · TMGS/absolutGPS
Wer für den Radtourismus nach Sachsen kommt, wird häufig positiv überrascht.
Für die Optimierung der Raderlebnisse ergibt sich durch die Priorisierung und Bewertung der Qualitätskriterien ein hilfreiches Raster für die Produktverantwortlichen. Häufig werden z. B. die Lademöglichkeiten für E-Bikes in Fachkreisen diskutiert. Im Freistaat zeigt sich wie anderswo: Die Relevanz ist in der Praxis viel geringer als angenommen.
