Alltagsradverkehr und Radtourismus
Für den alltäglichen Fahrradverkehr erscheint das Bild im Freistaat anders als unter den Radgästen: Trotz aller Bemühungen ist das Land sowohl beim Radverkehrsanteil (11 % der Hauptverkehrsmittel), im Fahrradklimatest als auch bei der Bewertung der Fahrradfreundlichkeit der Staatsregierung (Rang 12 aller Bundesländer) eher im unteren Mittelfeld verortet.
Bei der Erarbeitung dieser Studie zum Fahrradtourismus Sammelbegriff für Rad- und Biketourismus. kamen immer wieder allgemeine Fragen nach der Verkehrssicherheit, der Planung und Umsetzung, der Beschilderung, der Digitalisierung oder der Fahrradkultur in Sachsen zur Sprache. In diesem Kontext bewegen sich auch die Sorgen von Radfahrern und Radfahrerinnen im sächsischen Alltag. Hier wird besonders häufig auf die Sicherheit im Verkehr, die Wegequalität, die Fahrradabstellmöglichkeiten und die Mitnahme im ÖPNV Bezug genommen. Gleichzeitig nehmen viele Menschen die Bemühungen um eine Verbesserung auf der kommunalen Ebene wahr und bewerten diese Anstrengungen mittlerweile positiver als bisher.
Der Blick in andere Bundesländer wie Hessen oder Baden-Württemberg zeigt, dass spürbare Fortschritte einen langen Atem, andauernde politische Rückendeckung und konsequente Arbeit erfordern. Beide Länder setzen seit Jahren mit hoher Priorität auf mehr Fahrradfreundlichkeit und eine verbesserte Fahrradkultur – mit Erfolg. Die positiven Effekte zeigen sich sowohl im Alltagsradfahrende Personen, die aus einem regelmäßigen, zur Alltagsroutine gehörenden Motiv Fahrrad fahren. als auch im Radtourismus Klassischer Tourismus mit dem Fahrrad, überwiegend auf Asphalt und wassergebundenen Wegen. . In vielen Fällen kann der Radtourismus auf eine gepflegte Radverkehrsinfrastruktur des Alltagsnetzes aufbauen und sie um die für den Tourismus notwendigen Qualitäten ergänzen. Hier ist noch viel zu tun in Sachsen. Die Aktivitäten anderer Bundesländer bieten dabei Orientierung und machen Mut.
