Ergebnisse 2024 (Kapitel 4)

Einkommensbeitrag und Beschäftigung

© Dennis Stratmann · TMGS/absolutGPS

Auf Basis der Brutto-Umsätze lassen sich wichtige Kennzahlen für den radtouristischen Einkommensbeitrag und die Beschäftigungseffekte berechnen:

  • Der Bruttoumsatz von 568,3 Millionen Euro beschreibt die wirtschaftliche Bedeutung des Radtourismus. Er wird durch die Multiplikation der Anzahl an Übernachtungen bzw. Aufenthaltstagen pro Jahr mit den jeweiligen Tagesausgaben berechnet wie in Tabelle 2 auf Seite 27 erfolgt.
  • Der Nettoumsatz bezeichnet den Bruttoumsatz abzüglich der abzuführenden Umsatzsteuer. Er beträgt 2024 550,1 Millionen Euro aus dem Radtourismus in Sachsen. Die Umsatzsteuer betrug 68,2 Millionen Euro. Sie fließt als Gemeinschaftssteuer teils in die Kassen der Kommunen, der Länder und des Bundes. Abzüglich der Vorsteuer fließt sie in das radtouristische Steueraufkommen ein (siehe unten).
  • Das Einkommen der ersten Umsatzstufe wird durch die Multiplikation der Nettoumsätze mit der regionsspezifischen Wertschöpfungsquote errechnet. Sie wird aus branchenspezifischen Betriebsvergleichen abgeleitet und gibt an, welcher Anteil des Nettoumsatzes unmittelbar zu Löhnen, Gehältern und Gewinnen, d. h. lokalem Einkommen, wird. Damit gibt der Wert die direkte Einkommenswirkung für die vom Tourismus profitierenden Unternehmen an. 162,7 Millionen Euro wurden hier 2024 durch den sächsischen Radtourismus erwirtschaftet.
  • Die Vorleistungen von 337,4 Millionen Euro beschreiben die verbleibende Differenz zwischen Nettoumsatz und dem Einkommen der ersten Umsatzstufe. Hierzu zählen alle Vorleistungen, die für die touristische Dienstleistungsqualität verwendet werden.
  • Aus der Differenz zwischen Nettoumsatz und den Einkommen der ersten Umsatzstufe sowie deren Multiplikation mit der Wertschöpfungsquote ergibt sich das radtouristische Einkommen der zweiten Umsatzstufe (indirektes Einkommen) von 101,2 Millionen Euro im Jahr 2024. Diese Umsätze verbleiben in Sachsen, fließen also nicht für Vorleistungen aus anderen Regionen ab.

Der touristische Einkommensbeitrag von 263,9 Millionen Euro ist die Summe der Einkommensbeiträge aus der ersten und zweiten Umsatzstufe. Er beschreibt die gesamte Wertschöpfung aus dem sächsischen Radtourismus. Er entspricht einem Äquivalent von rund 10.800 Personen, die durch den Radtourismus ein durchschnittliches Primäreinkommen pro Kopf und Jahr beziehen können.

Dieser Wert gibt nicht an, wie viele Personen tatsächlich im Rad-tourismus beschäftigt werden. Eine exakte Bestimmung der Beschäftigungswirkung des Radtourismus wäre nur mit aufwendigen Primärerhebungen möglich, da viele Personen nur anteilig vom Radtourismus leben (Verkaufspersonal im Einzelhandel bedient auch Einheimische, Servicepersonal in der Gastronomie kümmert sich nicht nur um touristische Gäste etc.).

Zwei Mountainbikende orientieren sich an einer Informationstafel der Blockline.© Dennis Stratmann · TMGS/absolutGPS

Er entspricht einem Äquivalent von rund 10.800 Personen, die durch den Radtourismus ein durchschnittliches Primäreinkommen pro Kopf und Jahr beziehen können.

Die öffentlichen Haushalte profitieren von einem radtouristisch induzierten Steueraufkommen in Höhe von mindestens 53,4 Millionen Euro aus der Umsatzsteuer (abzüglich Vorsteuer) sowie der Einkommensteuer in der ersten Umsatzstufe. Davon kommen 5,7 Millionen Euro den sächsischen Kommunen zugute. 24 Millionen Euro erhielt das Land und weitere 23,8 Millionen Euro gingen an den Bund.

Nach Berlin ist der Freistaat das zweitgrößte Empfängerland im Rahmen des Finanzkraftausgleichs und der Bundesergänzungszuweisungen. Tatsächlich fallen die Werte für die Kommunen und das Land deshalb höher aus als hier dargestellt. Darüber hinaus entstehen aus dem Radtourismus im Freistaat zusätzliche Steueraufkommen – unter anderem durch die Beherbergungs-, Körperschafts-, Grund-, Gewerbe- und Einkommensteuer. Dazu sind weitere Gebühren- und Beitragseinnahmen, z. B. aus Kur- und Gästetaxen zu rechnen.

Berechnung des touristischen Einkommensbeitrags aus Bruttoumsatz, Steuern, Vorleistungen sowie direktem und indirektem Einkommen.

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