Ausgangslage (Kapitel 3)

Fahrzeuge und Flotte: Die Zukunft ist elektr(on)isch

© Dennis Stratmann · TMGS/absolutGPS

Auch wenn die letzten Jahre im Nachhall der COVID19-Pandemie für die Fahrradhersteller herausfordernd waren, darf dies nicht über den langjährigen Trend hinweg täuschen: Gut vier Millionen Fahrräder werden in Deutschland jedes Jahr verkauft.

Seit vielen Jahren vereinen das höchste Kaufinteresse. Sie machen 2024 etwa ein Drittel des Absatzes aus. Es folgen mit fast 23 Prozent die sowie die City-/Urbanräder (gut 17 Prozent).

Seit 2023 ist mehr als die Hälfte der verkauften Fahrräder mit einem Motor ausgestattet. Im Jahr 2024 machten (umgangssprachlich »E-Bikes«), also Fahrräder, bei denen die Tretkraft elektrisch unterstützt wird, 53 Prozent des Absatzes aus.

In einzelnen Modellgruppen ist dieser Anteil noch deutlich höher. So sind unter den Mountainbikes schon 93 Prozent mit Motor, nur noch 7 Prozent rein muskelgetrieben. Unter den Cityrädern sind es 56 Prozent mit und 44 Prozent ohne Motor. Auch bei den Lastenrädern dominieren motorisierte Varianten. Hier waren 2024 knapp 82 Prozent der verkauften Modelle motorisiert.

Sowohl Rennräder als auch werden im Wesentlichen noch unmotorisiert verkauft (9 bzw. 13 Prozent). Es scheint aber nur eine Frage der Zeit bis die elektrischen Komponenten so wenig Gewicht auf die Waage bringen, dass sie sich auch in diesen beiden Modellgruppen in der Breite durchsetzen.

Doch der Antrieb war nur der komfortable Anfang. In Zukunft werden Schaltung, Dämpfer, Bremsen und nicht zuletzt die Navigation über Bordcomputer oder Display elektrisch unterstützt bzw. elektronisch werden. Das bedeutet mehr Komfort, mehr Geländegängigkeit, höhere Reichweiten und eine von der Beschilderung unabhängigere Routenfindung.

Die Fahrräder werden ausgereifter, wartungsärmer und robuster – und wieder leichter. Das macht sie im Alltag und für die Freizeit attraktiver.

Ausgehend von einer durchschnittlichen Nutzungszeit von Fahrrädern von ca. acht Jahren, ist absehbar, dass bald 80 Prozent der verkauften und regelmäßig eingesetzten Räder in der einen oder anderen Form motorisiert sein werden. Ergo sollten alle Entwicklungen und Initiativen im sächsischen die Veränderung der Fahrzeuge bereits heute berücksichtigen.

Darauf aufbauend ist die permanente Marktbeobachtung ein Schlüssel für die erfolgreiche Gestaltung des Fahrradtourismus in Sachsen, denn die Fahrzeuge unterliegen einer beständigen Weiterentwicklung. Die Verschiebungen zwischen den Segmenten des Mountainbikens oder auch der rasante Erfolg der Gravelbikes über die letzten gut zehn Jahre sind dafür eindrückliche Beispiele.

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