Gemeinsame Interessen finden und Verantwortung übernehmen
Keine Ostsee, keine Alpen – aber ein Mountainbikeangebot mit Vorsprung und derzeit sehr gut bewertete Raderlebnisse: Die Ausgangslage ist ermutigend. Aber es gibt noch Optimierungspotenzial.
Das betrifft beispielsweise die Abstimmung und Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Mountainbikeangeboten. Gute, gemeinsame und nachhaltige Lösungen sind nicht nur für die Tourismusorte entlang des Mittelgebirgskamms dringend notwendig, um ihre Ganzjahresangebote auszubauen, sondern für den naturnahen Biketourismus in ganz Sachsen.
Am Ende soll das auch der Natur und der Forstwirtschaft nutzen – denn gezielte Angebote ermöglichen die Besucherlenkung Gezielte räumliche, kommunikative und qualitative Steuerung von Besucherströmen. und damit gleichzeitig den bewussten Schutz der Natur. So wären in der Miriquidi Bike Arena nur noch 70 bis 100 Kilometer nutzbare Routen zielführend, um eines der führenden, grenzübergreifenden Zentren in Europa zu sein. Sie könnten unter Nutzung der Forstwege angelegt werden und die vier Berge der Arena verbinden.
Andere Länder mit ähnlicher Ausgangslage zeigen, dass es geht: Schottland verfolgt seit nunmehr fast 15 Jahren eine biketouristische Clusterstrategie – einen ressortübergreifenden und ganzheitlichen Ansatz für die Entwicklung des Biketourismus. Er war eines der Vorbilder für die »Fachplanung Mountainbike Fahrrad für das Fahren auf grobem Untergrund, Naturwegen und Pfaden. in Sachsen«.
Auch dort entstand aus einer ursprünglich nicht als Tourismusangebot geplanten Infrastruktur einer der zentralen Imageträger der Region inklusive einer außerordentlich hohen Wertschöpfung. Auch dort pusht der Biketourismus mittlerweile den Radtourismus Klassischer Tourismus mit dem Fahrrad, überwiegend auf Asphalt und wassergebundenen Wegen. .
Der 2024 neu eröffnete, etwa 400 Kilometer lange Kirkpatrick Coast to Coast-Radweg zeigt es. Eine durch den Strukturwandel ausgeblutete Region wird u. a. durch den Rad- und Biketourismus und die gezielte Ansiedelung der Fahrradwirtschaft wiederbelebt.
In Dänemark arbeiten etwa 40 Organisationen an der Förderung des Fahrradfahrens, des Rad- und Biketourismus. Alle sind spezialisiert, alle verfolgen eine besondere Aufgabe. Sie eint das Ziel, eines der führenden Fahrradländer zu sein.
Dieses Potential für die Entwicklung des ländlichen Raums können wir auch in Sachsen nutzen. Richten wir uns nach den internationalen Vorbildern. Schauen wir in Deutschland z. B. nach Hessen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern. Wir Sachsen können das auch.
