Ziele und Aufgaben (Kapitel 7)

Handlungsfeld 2: Tourismusmarketing

© Dennis Stratmann; rechts: Felix Meyer

Gäste, die Sachsens Leuchttürme per Rad oder Bike schon erlebt haben, sind regelmäßig begeistert. Diese Botschaft sollte viel mehr Menschen erreichen.

»Ich will nach Sachsen«, lautet die Devise. Den Ruf des Freistaats als Aktiv- und Bikeland weiter zu fördern und zu prägen – das ist die gemeinsame Aufgabe. Im Konzert aller Ebenen führen Vermarktung und Vertrieb dann zur Buchung einer im Freistaat.

Fokus Übernachtungstourismus

Etwa 70 Prozent der heutigen -Gäste, insbesondere auf Tagesausflügen, kommen aus Sachsen. Für die Stärkung der regionalen Wirtschaftsstruktur sind sie essentiell. Im Bereich des ist der Einzugsbereich schon heute weitaus größer. Hier kommen die Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet und Ausland. Dies gelingt ebenso Top-Angeboten wie dem Elberadweg.

Aus Sicht des Wirtschaftsfaktors Rad- und sind Übernachtungsgäste, bestenfalls von außerhalb Sachsens besonders erstrebenswert. Sie bringen frische Mittel und eine hohe Wertschöpfung in den Freistaat. Sie berichten von ihren Erfahrungen in ihren Freundes- und Bekanntenkreisen zuhause.

Im Sinne einer konzentrierten Marktbearbeitung stehen Übernachtungsgäste für die Top-Angebote und die Kompetenzbeweise im Mittelpunkt des Marketing. Die Botschaften erreichen dabei ohne besondere Schwerpunktsetzung häufig auch potenzielle .

Zusammen zum Gipfel

Neben der , den Destinationen, Betrieben und Kommunen werben auch Reiseveranstalter, Großschutzgebiete sowie Verkehrsträger und -verbünde für den Radtourismus in Sachsen.

Diese Liste ist nicht vollständig. Fahrräder und Bikes stehen auch im Mittelpunkt von Formaten und Kampagnen der Dachmarke des Freistaates (»So geht Sächsisch.«), der einheimischen Fahrradwirtschaft, des Handels oder des Standortmarketings der Wirtschaftsförderung. Viele Influencer und Sportgrößen aus Sachsen prägen das Bild des Radfahrens und Bikens im Freistaat. Die Entwicklung und Herstellung von Fahrrädern und Zubehör in Sachsen, untermauert die Authentizität. Diese Gesichter und Erfahrungen im Boot zu haben, lohnt.

Hier schlummern Synergien, die bei gleichbleibendem oder bestenfalls geringerem Mitteleinsatz das Aktiv- und Bikeland Sachsen intelligenter und erfolgreicher vermarkten lassen.

Gemeinsam mehr Performance

Das Performance Marketing ermöglicht die erfolgsorientierte Vermarktung über verschiedene Kommunikationsmittel und -kanäle hinweg. An jedem Kontaktpunkt der digitalen Customer Journey können die Ergebnisse einer Kampagne gemessen und bewertet werden. Das funktioniert für Einzelunternehmen und auch im Verbund.

So ist zwischen Industrie und Handel sowie in Destinationen im Alpenraum die gemeinsame Marktbearbeitung zwischen verschiedenen Partnern (nationale Tourismusorganisation, , , Betriebe) schon gang und gebe. Sorgen die einen für die Begehrlichkeit und Inspiration, überzeugen die anderen durch treffsichere Angebote und gewinnen die Buchung.

Im sächsischen schlummern dahingehend große Chancen. Bisher enthalten manchmal selbst Einzelkampagnen keine vorab verabredete Erfolgskontrolle, über Organisationsgrenzen ist es nur selten der Fall. Das Destinationsmarketing im Freistaat ist hier in einem klaren Nachteil gegenüber den Wettbewerbern. Packen wir's an.

Vorbereitet sein: Ansprüche und Spezialisierung steigen

Die Fragmentierung der Zielgruppen und Kanäle ist hoch und steigt weiter. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz wird die Ansprache von Gästen künftig noch individueller. Werbung wird hochautomatisiert. Das wird die Erwartungen prägen.

In der Folge steigt die Komplexität der Kampagnen. Das macht niemand mehr nebenbei. Im Gegenteil, die Vermarktung der Destinationen fordert eine immer höhere Spezialisierung, eine beständige Weiterbildung und auskömmliche Budgets. Das gilt für alle Segmente im Sachsentourismus, nicht nur den Rad- und Biketourismus.

Andauernde Wirkung: Großveranstaltungen

Viele Städte und Regionen, z. B. Innsbruck, Kopenhagen, Schottland, Graubünden oder Flandern, zeigen, wie wirkungsvoll Großveranstaltungen im Rad- und Biketourismus sein können. Zugegeben, sie verursachen Aufwand, verlangen Budget und bedingen gute Kooperation auf Landesebene.

Durch Bündelung der Kräfte im Bereich der Sportförderung, der Landes-Dachmarke »So geht sächsisch.« und des Tourismus können kurz- und langfristige Effekte erzielt werden. Ziel ist es, alle Investitionen so anzulegen, dass sie einen langfristigen Mehrwert für die einheimische Bevölkerung und den Tourismus bringen.

Ein Grand Départ der Tour de France, ein Start der Deutschlandtour, eine -EM oder ein Enduro One Event prägen das Image der Gastgeber-Destination und des Freistaats. Wenn es gelingt, mit den aufgewendeten Steuermitteln neue Gäste nach Sachsen zu bringen sowie dauerhafte Effekte und sichtbare Verbesserungen für die Menschen vor Ort zu schaffen, dann ist das Geld sehr gut für den Rad- und Biketourismus angelegt.

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